Takt

Nun können wir mit Tonhöhe und Tondauer eine kleine Melodie notieren:

Allerdings klingt sie etwas seltsam, es fehlt nicht nur optisch, sondern auch akustisch eine Struktur. Beim Sprechen reden wir ja auch nicht eintönig daher (naja, zumindest die meisten nicht ;-), sondern wechseln betonte und unbetonte Silben ab. Das können wir hier auch tun, indem wir jede zweite Note etwas betonen. Optisch realisieren wir das durch senkrechte Striche, die sogenannten Taktstriche, die wir zwischen den Noten ziehen. Immer die erste Note direkt hinter einem Taktstrich wird betont.

Das sieht chick aus und klingt auch gut. Genauso gut könnten wir die Melodie jedoch auch in Dreier-Gruppen zusammenfassen und nur jede dritte Note betonen:

Das Beispiel enthält in jedem Takt drei Viertelnoten und erhält den Namen "Drei-Viertel-Takt". Wer aufmerksam hingeschaut hat, wird die zwei Zahlen hinter dem Notenschlüsseö bemerkt haben. Sie geben die Taktart an, die obere Zahl die Menge der Noten, die untere die Art der Noten.

Allerdings dürfen im Dreivierteltakt auch andere Noten verwendet werden, z.B. Halbe Noten, Achtelnoten usw. Zusammen müssen nur alle Notenwerte eines Taktes so lang sein wie drei Viertelnoten:

Seinen Namen erhält der Takt nicht von den verwendeten Notenwerten, sondern vom Grundschlag, auch Metrum oder englisch "Beat" genannt. Man könnte die gleiche Melodie auch als 3/8-Takt notieren:

Paßt man das Tempo entsprechend an, wird es genauso gespielt wie der 3/4-Takt.
Allerdings ist es schwerer zu lesen, weshalb die meisten Musikstücke Viertelnoten als Grundschlag haben.
Im übrigen würde man ohne Tempoangabe den 3/8 wesentlich schneller spielen als den 3/4 Takt.

Da der Takt während eines Musikstückes normalerweise nicht wechselt, wird die Taktangabe nur einmal am Beginn des Musikstückes direkt nach dem Notenschlüssel notiert.

Gebräuchliche Taktarten sind 2/4, 3/4, 4/4 und 6/8.
Im Prinzip sind aber alle Taktarten möglich, z.B. 5/4 oder 7/8.
Es können auch 2 Taktarten angegeben sein, diese wechseln sich dann ab.

Betonung

Bei allen Taktarten wird die erste Zählzeit betont, dazu gibt es meist noch einen zweiten (allerdings schwächeren) Schwerpunkt.
Betonung im 4/4-Takt Betonung im 3/4-Takt Betonung im 6/8-Takt

Bei 9/8-Takt und 12/8-Takt werden die Achteln in Dreiergruppen gruppiert, die Betonung ist also wie im 3/4- bwz. 4/4-Takt.
Der 6/4-Takt wird genauso wie der 6/8-Takt auf 1 und 4 betont.

Alternative Taktzeichen

Aus der mittelalterlichen Mensuralnotation (der Vorgänger der heutigen Notenschrift) haben sich noch zwei Zeichen als Alternative für den 4/4- und 2/2-Takt gehalten.

Für den 4/4-Takt findet man statt der Taktangaben auch oft folgendes Zeichen: C

Das Alla-Breve-Zeichen (ital = "auf kurze Art") wird für den 2/2-Takt verwendet: Alla Breve-Zeichen
Der 2/2-Takt kann zwar ebenso wie der 4/4-Takt vier Viertelnoten enthalten, der Grundschlag ist hier aber die halbe Note. Diese Taktart wird deshalb gern für schnellere Stücke verwendet.

Weitere Pausen

Die ganze Pause zählt nicht nur 4 Viertelnoten, sondern kann in jeder Taktart eingesetzt werden und gilt dort als Pause für einen ganzen Takt:

Außerdem gibt es spezielle Zeichen für mehrtaktige Pausen:


Auftakt

Manchmal beginnt eine Melodie nicht mit einer Betonung, sondern es folgen vor der Betonung ein paar Noten, die jedoch keinen vollständigen Takt ergeben. Dann notiert man einen sogenannten Auftakt, der mit dem letzten Takt des Stückes zusammen einen vollständigen Takt ergibt.

Beispiel: Das Kinderlied "Im Märzen der Bauer" hat die erste Betonung auf "Mär-". Das "im" ergibt aber keinen vollständigen Takt.
Liedbeispiel: Im Märzen der Bauer

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Seite erstellt: 2000/2001, letzte Änderung: 17. Juli 2014