Fanfarenzüge

Während das niedere Volk der Spielleute mit Flöte und Trommel lärmte, spielte das adlige Volk mit Pauken und Trompeten ;-)
So sind die klassischen Instrumente der Fanfarenzüge natürlich die Naturtontrompeten (=Fanfaren) und die Hochtrommel.

Hochtrommel

Die Hochtrommel (auch Tom-Tom genannt, früher als Landknechtstrommel bekannt) ist min. 30cm hoch und hat ein Schlagfell und auf der gegenüberliegenden Seite ein Resonanzfall. Ihr Klang ist sehr tief und dumpf und oft kilometerweit zu hören.

Flachtrommel

Bei vielen Fanfarenzügen gibt es auch Flachtrommler (also Snares wie beim Spielmannszug). Die Snares haben unter dem Resonanzfall noch Schnarrseiten, welche für den typischen hellen Trommelklang sorgen.

Auch schlagtechnische Erweiterungen (Tim Tom, Schellenring, Kuhglocke) sind genauso üblich wie bei Spielmannszügen. Für die Melodieinstrumente gibt es keine weiteren Alternativen (abgesehen mal von den Heroldsfanfaren zu besonderen Anlässen, die jedoch nur veraltete Variationen der Fanfare darstellen).

Bei Fanfarenzügen ist die optische Präsentation ein sehr wichtiger Bestandteil, so werden oft anspruchsvolle Shows gelaufen, bei denen die Musiker sich zu immer neuen Figuren aufstellen. Die Hochtrommler pflegen beim Spielen die Schlegel zwischen den einzelnen Schlägen in gekonnten Kreisen zu schwingen, was eine besondere optische Attraktion darstellt. Bei vielen Fanfarenzügen sind die Hochtrommeln den weiblichen Musikern vorbehalten, und werden auch anders gekleidet (Rock statt Hose, oder andersfarbige Kleidung). Vielleicht als Ausgleich dazu werden bei den Flachtrommlern dann nur männliche Spieler akzeptiert, wobei es hierfür keinen konkreten Grund gibt.

Ventilfanfaren

Manchen Fanfarenzügen ist das Spielen mit Naturtönen zu eintönig (nettes Wortspiel, gell?), und sie steigen um auf chromatische Ventilinstrumente. Meistens ist das verbunden mit dem Einsatz weiterer Blechblasinstrumente, so daß es sich dann i.d.R. nicht mehr um einen Fanfarenzug sondern eher um eine Blaskapelle handelt.

Seite erstellt: 2009, letzte Änderung: 15.10.2014

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