Luftklinger / Aerophone

Bei allen Musikinstrumenten ist es letztlich die Luft, die in Schwingung versetzt werden muß, damit wir einen Ton hören können. Bei Luftklingern wird jedoch direkt ohne Umwege die Luft in Schwingung versetzt. Das Instrument dient nur als Begrenzung der Luftsäule und schwingt nicht selbst (zumindest erzeugt diese Schwingung nicht den Ton).

Blasinstrumente

Blasinstrumente bestehen aus einer langen Röhre, an deren einem Ende die Luft in Schwingung versetzt wird und am anderen Ende der Schall austritt. Einfach gleichmäßig die Luft in solch eine Röhre zu blasen, bringt jedoch keinen vernünftigen Ton zustande (kann man selbst ausprobieren). Stattdessen muß sich der Luftstrom periodisch (d.h. in gleichmäßigen Abständen) verändern, und das in sehr kurzen Zeitabständen (min. 16mal pro Sekunde). Jede Schwingung, die langsamer ist, wird nicht als Ton wahrgenommen (siehe Infraschall).

Blechbläser

Bei den Blechbläsern übernehmen die Lippen diese Aufgabe. Durch Ausatmen durch die angespannten Lippen beginngen diese gleichmäßig zu vibrieren und die umgebende Luft rhythmisch in Schwingung zu versetzen. Paßt die Lippenspannung zur Länge des Instruments, wird die Luftsäule im Inneren des Instruments in Schwingung versetzt und ein Ton erklingt.
Blechblasinstrumente sind im Prinzip also nur einfache Blechrohre zur Verstärkung der Lippenspannung.

Flöten

Bei Flöten wird der Luftstrom des Spielers über eine scharfe Kante gelenkt. Durch Verwirbelungen an dieser Kante entstehen wechselnd Unter- und Überdruck, der zur Schwingung der Luftsäule im Inneren der Flöte führt. Bei Blockflöten wird die Luft des Spielers automatisch durch den Windkanal auf die Schneidekante gelenkt, bei Quer- und Panflöten muß der Spieler den Luftstrom selbst lenken.

Rohrblattinstrumente

Eine dritte Möglichkeit, die Luft zum Schwingung zu bringen, geschieht mit Hilfe von kleinen Schilfrohrblättchen, dem sogeannten Rohrblatt. Dazu kann man zwei Rohrblätter nehmen, die durch zwischen die beiden Blätter geführte Luft regelmäßig aneinander schlagen (Oboe, Fagott) oder nur ein Rohrblatt, das durch Luftstrom auf ein Mundstück schlägt (Klarinette, Saxophon).

Holzblasinstrumente aus Metall?

Eine sehr beliebte Einteilung der Instrumente unterscheidet Holz- und Blechbläser. Trotz des Names zählen aber die Querflöte und das Saxophon zu den Holzbläsern, obwohl sie komplett aus Metall bestehen.
Das kommt daher, daß diese Begriffsbestimmung zu einer Zeit vorgenommen wurde, als die Querflöte noch aus Holz und das Saxophon noch nicht erfunden war. Trotzdem gab es schon damals weitaus mehr Kriterien für die Unterteilung als nur das Material, z.B. die Spielweise, Tonerzeugung usw. Nach diesen Kriterien gehören Querflöte und Saxophon auch heute noch eindeutig zu den Holzbläsern. Die Begründung, das Saxophon gehöre wegen seines Rohrblattes zu den Holzbläsern, dient wohl mehr als Eselsbrücke zur Erinnerung, denn es bedarf keines einzigen Stückes Holz, um zu den Holzbläsern gehören zu dürfen (siehe Querflöte).
Andererseits zählt das hölzerne Alphorn aufgrund seiner Tonerzeugung zu den Blechbläsern.

Ich habe den Begriff Holzbläser nicht gewählt, weil ich die Holzbläser noch einmal unterscheiden möchte in Flöten und Rohrblattinstrumente.

Eine kleine Sonderstellung bei den Blasinstrumenten nehmen die Kirchenorgel und der Dudelsack ein, weil hier der Luftstrom nicht direkt durch die Atemluft des Spielers erzeugt wird.

Zungenklinger

Eine Zwitterstellung zwischen Selbst- und Luftklingern sind die Zungenklinger. Hier bringt ein Luftstrom eine Metallzunge zum Schwingen. Im Grunde ist es die Zunge selbst, die die klingende Schwingung erzeugt, aber sie wird eben nicht angeschlagen, sondern durch einen Luftstrom bewegt. Der Luftstrom kann entweder direkt (Mundharmonika) oder indirekt durch einen Blasebalg (Akkordeon) erzeugt werden.

Seite erstellt: 2007, letzte Änderung: 23.06.2008