Blechblasinstrumente aus Holz

Das Didgeridoo

Das Didgeridoo ist das traditionelle Instrument der australischen Ureinwohner. Es besteht aus einem weiten Holzrohr und wird - ähnlich wie die europäischen Blechblasinstrumente - durch einen konstanten Luftstrom durch die angespannten Lippen zum Klingen gebracht. Das Rohr ist zylindrisch oder leicht konisch - je nachdem, wie der Baum halt grad gewachsen ist ;-) Das schmalere Ende wird jedenfalls für die Lippen genutzt.

Ein richtiges Mundstück gibt es nicht, ein Ring aus Holz oder Wachs kann das obere Anblasloch etwas verkleinern, muß aber auch nicht sein. Jedenfalls haben die Lippen reichlich Platz, sich zu verwirklichen.

Zum typischen Didgeridoo-Spiel gehört auch die Zirkularatmung, d.h. während man durch die Nase einatmet, atmet man gleichzeitig durch den Mund aus. Dadurch wird der Ton durchs Luftholen nicht unterbrochen, es entsteht ein hypnotisierender Dauerton.

Da das Didgeridoo keine Klappen oder Ventile hat und sich aufgrund der weiten Mensur nur schwer überblasen läßt, wird meistens auf einem Ton gespielt, der durch abwechslungsreiche Rhythmen und phantasievolle Klangeffekte (Lippen-, Zungen- und Mundbewegungen, gleichzeitigem Singen, Zungeschnalzen, Grunzen, Bellen usw.) variiert wird. Die Töne werden also eher im Klang und Rhythmus verändert als in der Tonhöhe.
Der Name Didgeridoo hat übrigens keine Bedeutung, der Name sollte eher das entstehende Geräusch umschreiben.

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Eine tolle Anleitung zum Didgeridoo-Spielen findet man beim Didgeridoo-Treff.

Das Alphorn

Ein Didgeridoo, gespielt mit Schweizer Mentalität ;-)
Da sein Klang kilometerweit zu hören ist, diente es wohl früher den Hirten zur Kommunikation und zum Zusammenhalten der Herde.

Das Alphorn ist ebenfalls ein hohles Holzrohr, allerdings wird hier nichts dem Zufall überlassen. Statt den Baum zu nehmen, wie er ist, werden die Baumstämme glatt gehobelt, auseinandergesägt (längs, nicht quer!), sorgfältig ausgehölt (was beim Didgeridoo die Termiten übernehmen ;-) und die beiden Hälften wieder zusammengeleimt.

Das Alphorn ist zwischen drei und vier Meter lang - je nach Stimmung (des Instruments, nicht des Spielers ;-). Während in der Schweiz das Fis/Ges-Horn (ca 3,50m) weit verbreitet ist, spielt man in Deutschland lieber das 3,70m lange F-Horn. Aber auch Stimmungen in C, B, As, G, E und Es sind üblich.

Das Mundstück ähnelt dem normalen Blechblasmundstück, ist aber aus Holz. Wie bei den übrigen Blechbläsern ist die Form und Größe des Mundstückes ein heiß diskutiertes Thema und ein wesentlicher Faktor für den Klang.

Im Gegensatz zu den anderen Blechblasinstrumenten wird das Alphorn nicht "aufgewickelt", sondern in seiner vollen Länge vor dem Körper mit einem kleinen Fußstück auf dem Boden abgestellt. Zum Transport kann man es aber auseinanderbauen.

Wie der Name "Horn" schon verrät, ist das Alphorn stark konisch und bietet damit einen schönen weichen und vollen Klang, der sich allerdings erst in einiger Entfernung so richtig entfaltet. Ein weiterer Grund (neben einer gewissen Unhandlichkeit), warum es gern im Freien gespielt wird.

Das Alphorn hat auch keine Klappen und Ventile und bietet nur die Naturtöne als Spielvorrat. Wie bei anderen Naturtoninstrumenten ist es damit nicht unbedingt ein begehrtes Soloinstrument (auch wenn sogar Mozart eine Sinfonie für Alphorn und Streicher geschrieben hat), sondern entfaltet mehr in der Gruppe seinen Reiz. Angestrebt wird hierbei eine langsame und getragene Spielweise, damit sich sein einzigartiger Klang richtig entfalten kann.

Der Büchel

Für die Wohnstube gibt es noch den Büchel, ein aufgewickeltes kleines Alphörnchen. Es ist nicht ganz so stark konisch und hat einen wesentlich kleineren Schallbecher. Deswegen klingt es auch etwas schärfer und kräftiger, man kann sogar richtig schnell darauf spielen! Die Aufwicklung sieht ähnlich aus wie bei der Trompete, und so wird der Büchel auch gehalten. Wenn der Büchel auch in einer höheren Stimmung (in B oder C) ist als normalerweise das Alphorn, so ist es doch viel tiefer (und damit länger) als eine Trompete und deswegen trotz der Auffaltung noch ca. 90cm lang.

Links

Viele Informationen über die Geschichte und Tradition des Alphorns, Bilder über den Bau eines solchen, und überhaupt viele interessante Informationen findet man bei Alphornmusik.

Kaufen (und Anschauen) kann man Alphörner und Büchel z.B. bei Alphornbau.

Seite erstellt: 11.04.2009

Kopie von Musikzeit (www.musikzeit.de), Version vom 11.04.2009